Schweißverfahren
Jedes Verfahren hat seine Stärken. MAG ist schnell und vielseitig, WIG gibt dir Kontrolle, die Elektrode läuft ohne Gasflasche auf Montage. Welches du nimmst, hängt von Werkstoff, Dicke, Position und Arbeitsplatz ab. Der Unterschied liegt im Schutz des Bades: Gas aus der Flasche, Schlacke aus der Umhüllung oder Pulver im Draht.
Hier findest du fünf Verfahren aus Werkstatt und Stahlbau. Jede Seite zeigt, wo das Verfahren stark und wo es schwach ist, welche Größen du einstellst, welches Gas und welcher Zusatz passen, welche Fehler typisch sind und unter welcher Prozessnummer es in deinem Schweißerschein steht.
MAG-Schweißen (135)
Das Arbeitspferd im Stahlbau. Schnell, vielseitig und gut zu lernen, solange Gasschutz und Brennerhaltung stimmen.
MIG-Schweißen (131)
MIG ist MAG mit inertem Gas. Du brauchst es vor allem für Aluminium, Kupfer und das Löten verzinkter Bleche.
WIG-Schweißen (141)
WIG ist langsamer als MAG, gibt dir aber volle Kontrolle über Bad und Zusatz. Stark bei Edelstahl, Wurzellagen und dünnen Blechen.
E-Hand-Schweißen (111)
Kein Gas, keine Drahtförderung, wenig Gerät. Die Stabelektrode bringt ihren Schutz selbst mit und läuft auch auf Montage.
Fülldraht-Schweißen (136)
Fülldraht bringt Pulver im Inneren mit. Das gibt Schlacke wie bei der Elektrode, aber das Tempo von Draht.
Die Prozessnummer ist wichtig. Eine Schweißerprüfung nach ISO 9606-1 gilt normalerweise nur für den geprüften Prozess. Wer von MAG auf WIG wechselt, braucht eine neue Prüfung. Fang mit dem Verfahren an, das du täglich nutzt.laut ISO 9606-1:2012 Prüfung von Schweißern — Schmelzschweißen — Teil 1: Stähle, Abschnitt 5.2, S. 7
Zahlen stehen hier nur mit frei zugänglicher Quelle. Alle Werte sind Richtwerte. Das Datenblatt deines Zusatzwerkstoffs und die Tabelle am Gerät gehen vor. Bindend ist die WPS deines Betriebs.